Zwischen Hobelbank und Horizont: Mein Weg zum Bootsbau
Mein Name ist Marcel Lorenz, und wenn man es genau nimmt, begann meine Karriere nicht in einer Werkstatt, sondern in einer Wiege auf einer Familienjolle. Geboren in Berlin und aufgewachsen in Marzahn, war der Kontrast zwischen Plattenbau und der grenzenlosen Freiheit auf dem Wasser mein erster Lehrmeister.
Ein Schlüsselmoment mit 13 Jahren veränderte alles: Ein Segler legte mit seiner 13-Meter-Ketsch nach einer Reise aus Australien in unserem Verein an. Er gab mir den Rat meines Lebens: „Junge, wenn du die Welt sehen willst, werd Bootsbauer.“ Diesen Rat habe ich wörtlich genommen. Mit 16 begann ich die Lehre, mit 18 zog ich in einen Wohnwagen, später in einen LKW und lebe heute seit fast zwei Jahrzehnten auf dem Wasser.
Für mich ist Bootsbau kein Job, sondern die Eintrittskarte zur Autarkie. Ob ich ein Hausboot aus einem Brückentransporter baue, meinen LKW für den Surf-Winter in Europa fit mache oder als Bootsbaumeister komplexe Projekte realisiere – mein Ziel ist immer dasselbe: Handwerkliche Perfektion, die Freiheit ermöglicht.
